MALEREISYMPOSIUM SCHLOSS GLEINA  | 15. bis 26. Juli 2021

Anschliessende AUSSTELLUNG 7. August bis 12. September 2021

 

Ein Projekt von Felix Schenker in Zusammenarbeit mit dem Kunst & Kulturverein Artpark, dem Internationalen Kultur- & Förderverein Schloss Gleina (IK&FVSG), und der Galeristin Evelyne Walker. 

«WENN EINE IDEE NICHT ZUERST ABSURD ERSCHEINT, TAUGT SIE NICHTS»

Albert Einstein

 

PROGRAMM

Donnerstag, 15. Juli 2021 Eintreffen der Kunstschaffenden, Beginn Malereisymposium

Samstag, 17. Juli 2021, Vortrag mit Abendessen: Malerei und Poesie

Mittwoch, 21 Juli 2021, Podium: «Malereiprozesse im Kontext der digitalen Bilderflut»

Freitag, 23. Juli 2021 Maler im Film: Filmemacher Felice Zenoni und seine Künstler, Gespräch mit anschliessender Filmvorführung »Danioth der Teufelsmaler»

Samstag, 24. Juli 2021 Vernissage der «Parkbilder», anschliessende Deutschlandpremiere »Franz Fedier», ein Film von Felice Zenoni

Samstag, 7. August bis 12. September 2021, Ausstellung im Schloss

Finissage (Internationaler Tag des Denkmals)

Veranstaltungsort: Schlosspark Gleina, Hauptstrasse 30, 06632 Gleina

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Grundidee

Im Juli 2020 findet ein künstlerischer und soziokultureller Austausch zwischen 6 Maler*innen der Zentralschweiz, 4 Maler*innen der Kunstszene Leipzig und 4 Maler*innen der Organisation Artpark statt. Austragungsort ist Schloss Gleina in Sachsen-Anhalt, rund vierzig Autominuten von Leipzig entfernt. Die Beteiligten bemalen während 10 Tagen im Schlosspark Leinwände von 270 x 180 cm. Die geschaffenen Werke werden anschliessend im Schloss während mehreren Wochen ausgestellt. Der Künstler Daniel Theiler konzipiert für den Anlass einen «Festivalpavillon» in dessen Innenhof das Rahmenprogramm stattfindet. Die beteiligten Kunstschaffenden leben und arbeiten im Schloss zusammen. Das Projekt wird in Form eines eMagazins (Bild, Text, Video) dokumentiert.

 

 

Motivation

2012 kaufte Felix Schenker Schloss Gleina um es für kulturelle Zwecke zu nutzen. Ich wusste, dass es sich dabei um ein ziemlich verrücktes Unterfangen handelt, zumal die finanziellen Mittel auf privater Basis nicht vorhanden sind, das riesige Gebäude umfassend zu renovieren. Ich hielt mich an die Einschätzung von Albert Einstein «WENN EINE IDEE NICHT ZUERST ABSURD ERSCHEINT, TAUGT SIE NICHTS». Bereits 2004, als ich die Kulturplattform arttv.ch gründete, wurde mir von potentiellen Geldgebern zunächst gesagt, die Idee sei absurd. Heute existiert arttv.ch immer noch und darf sich als die führende multimediale Kulturplattform der deutschsprachigen Schweiz bezeichnen. Das Schloss definierte ich nach dem Kauf  als «Soziale Skulptur» gemäss Joseph Beuys. Jeder und jede kann, falls gewünscht, auf das Schloss positiv einwirken, Ideen für Veranstaltungen oder Projekte einbringen und so zur Gemeinschaftsbildung beitragen. In den letzten 5 Jahren sind dann auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen mehrheitlich mit Kulturschaffenden der Region aber auch internationale Projekte durchgeführt worden. Meine eigentliche Absicht ist es aber,  das Schloss der Schweizer Kulturszene zur Verfügung zu stellen. Insbesondere als Ort, an dem gemeinsame Projekte entwickelt werden können. Mit seinen 55 Zimmern bietet Schloss Gleina genug Möglichkeiten, Leute zu beherbergen.  Der ehemalige Osten Deutschlands ist noch ein weitgehend unbekanntes Gebiet, bietet aber mit seinen vielen leerstehenden Industriehallen viel Potential für künstlerische Grossprojekte. 

Die in der Region bestehenden Freiräume der Schweizer Kulturszene vorzustellen, ist eine Herzensangelegenheit von mir. 

Innerschweizer Kunstschaffenden werde ich das Schloss auch für Einzelprojekte zur Verfügung stellen. Das Malersymposium ist eine gute Gelegenheit, dass diese das Objekt aber auch die reizvolle Umgebung und das kulturelle Erbe (Bauhaus Weimar) kennen lernen. 

 

Vorgeschichte

2018 realisierte der Verein Artpark ein Malereisymposium in Richterswil.

Ausgewählt und Eingeladen wurden Künstler*innen aus den

Nachbarkantonen Zürich, St. Gallen und Schwyz, die unter den Augen der Öffentlichkeit in einem Park grossformatige Bilder schufen. Das Projekt fand grosses Interesse bei den Kulturschaffenden und in der Öffentlichkeit. Während der drei Wochen dauernden Veranstaltung inkl. Rahmenprogramm, durften die Organisatoren über 2‘000 Besucher*Innen empfangen. Ich war begeistert vom Konzept. Die aufgestellten riesigen Staffeleien bildeten zusammen eine eindrückliche Installation. Ich wusste, dass ich das auch in Gleina probieren möchte.

 

Al Meier, ein persönlicher Freund und der erste Künstler, den ich damals in meiner Galerie in Luzern (1990 bis 2004) ausgestellt hatte, war der Kurator der Veranstaltung. Auf meine Anregung hin, entschloss sich der Artpark dieses Format im internationalen Rahmen zu wiederholen. Dies führte zur Planung einer international ausgerichteten Zweitauflage des Malereisymposiums in Schloss Gleina mit drei Akteuren, dem Artpark, dem Internationalen Kultur- & Förderverein Schloss Gleina, der Galeristin Evelyne Walker und mir. 

 

 

Rahmenprogramm

Im Innenraum des Pavillons des Kunstschaffenden Daniel Theiler finden Rahmenveranstaltungen statt. Im Symposium geht es also nicht nur um aktives Malen, sondern auch um eine Auseinandersetzung und den Austausch auf theoretischer Ebene: So wird etwa der Stellenwert der Malerei im Zeitalter der digitalen Bilderflut ein Thema sein. Der Psychologe Georg Kling wird dazu eine Podium leiten, das der Frage nachgeht, wie die anhaltende Bilderflut unsere Psyche beeinflusst, aber auch konkret die Arbeit von Maler*innen beeinträchtigt. 

Ein Schwerpunkt bildet die Begegnung mit dem Innerschweizer Filmregisseur Felice Zenoni, der seinen  Film «Danioth der Teufelsmaler» präsentieren wird und über die Entstehungsgeschichte seines neusten Projektes, das dem Maler Franz Fedier gewidmet ist, berichten wird.

Ich selber werde im Pavillon einen Abend bestreiten, der die Verbindung von Poesie und Malerei thematisiert und anschliessend zu einem Nachtessen im grossen Speisesaal des Schlosses einlädt. Die Rahmenveranstaltungen sind kostenlos.

 

 

Malereisymposium 2021

Das Malereisymposium im Schlosspark mit Kunstschaffenden aus Leipzig (Aus dem Umfeld der Spinnerei Leipzig) und Innerschweizer Kunstschaffenden findet vom 16. Bis 25. Juli 2020 statt. Die Maler*Innen arbeiten im öffentlichen Raum, in dem denkmalgeschützten Schlosspark. Ein Prozess, der normalerweise in einem intimen Rahmen, einem Atelier stattfindet, wird ganz bewusst in die Natur verlegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Malen in der Natur und im öffentlichen Raum wurde über Jahrhunderte praktiziert, ist aber im Kontext der zeitgenössischen Kunst praktisch verschwunden. Normalerweise arbeiten Kunstschaffende lieber isoliert in ihren Ateliers, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So gesehen ist unser Projekt auch antizyklisch. Aber genau das erscheint uns reizvoll. Wir sind uns auch bewusst, dass damit ein ganz besonderer Typus von Künstler*innen angesprochen wird. Die Teilnehmer*innen müssen bereit sein, mit den Zuschauer*innen zu  interagieren und sie am Entstehen eines Kunstwerks teilhaben zu lassen.

 

Ausblick

Das Symposium dient auch dazu, Schloss Gleina und die damit verbundenen Möglichkeiten bei der (Inner)Schweizer Kulturszene bekannt zu machen und im Rahmen unseres Angebotes «Artist in Residence» Kulturschaffenden zur Verfügung zu stellen. Davon profitierte beispielsweise bereits der Zuger Musiker Sebastian Hoffmann, der diesen Sommer das Schloss für mehrtägige Proben nutzte.

«Festivalpavillon» von Daniel Theiler

Der «Festivalpavillon» des deutsch-türkischen Künstlers und Architekten Daniel Theiler dient als Begegnungsort des Symposiums und ist zugleich Austragungsort des Rahmenprogramms. Theiler studierte Kunst im öffentlichen Raum (M.F.A.) an der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Danica Dakić und am Film, Video, New Media, and Animation Department an der School of the Art Institute of Chicago SAIC (USA). Zuvor studierte er Architektur (Dipl.-Ing.) an der TU Berlin, der ETH Zürich (CH) und an der University of Strathclyde in Glasgow (UK).

Daniel Theiler arbeitet in verschiedenen Medien, von Video und Skulpturen bis hin zu öffentlichen Interventionen. Er beschäftigt sich besonders mit den Themen Rekonstruktion und Vision, Status und soziale Integration. Die Frage nach dem Verhältnis von Utopie und sozialer Realität steht dabei im Mittelpunkt. Daniel Theiler lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin. Durch sein Studium an der ETH Zürich hat er aber auch eine besondere Beziehung zur Schweiz. 

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