HORIZONTE – KUNSTSOMMER 22 SCHLOSS GLEINA

Installation und Begleitprogramm: Donnerstag, 21. bis Sonntag, 31. Juli 2022

Ausstellung: Samstag, 13. August bis Sonntag, 11. September 2022

Kuratiert von Evelyne Walker

«WENN EINE IDEE NICHT ZUERST ABSURD ERSCHEINT, TAUGT SIE NICHTS»

Albert Einstein

 

PROGRAMM

Donnerstag, 21. Juli 2022 Eintreffen der Kunstschaffenden, Beginn «Horizonte»

Freitag, 22. Juli 2022, Malerei und Poesie, eine kulinarische Installation in mehreren Räumen

Sonntag, 24 Juli 2022, Filmemacher Felice Zenoni und seine Künstler, Filmvorführungen «Danioth der Teufelsmaler» und «Franz Fedier» mit anschliessendem Gespräch.

Mittwoch, 27. Juli 2022, Podium: «Malereiprozesse im Kontext der digitalen Bilderflut»

Samstag, 30. Juli 2022. Vernissage, «Parkbilder, eine malerische Installation»

Samstag, 13. August bis Sonntag, 11. September 2022, Ausstellung im Schloss (Finissage: Internationaler Tag des offenen Denkmals)

Veranstaltungsort: Schlosspark Gleina, Hauptstrasse 30, 06632 Gleina

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Grundidee

Im Juli 2022 findet ein künstlerischer und soziokultureller Austausch zwischen Schweizer und deutschen Künstler*innen (Schwerpunkt Sachsen-Anhalt) statt, die sich mit dem Thema «Horizonte» malerisch befassen. Austragungsort ist Schloss Gleina in Sachsen-Anhalt, rund vierzig Autominuten von Halle entfernt. Gearbeitet wird im Schlosspark, gewohnt im Schloss.  Die beteiligten Künster*innen schaffen im Park eine gemeinsame, mehrteilige Installation, die sich aus individuellen Einzelteilen zusammensetzt. Der deutsche Künstler Daniel Theiler konzipiert für den Anlass einen «Farbpavillon», der das Thema Farben visualisiert. Die Schweizer Performance-Künstlerin Claudia Bucher wird im Rahmen der Vernissage, mit einer eigens für das Thema geschaffenen Performance auftreten. Ein Rahmenprogramm führt verschiedene Kulturschaffende und Kulturformen zusammen. Das Projekt wird in Form eines eMagazins (Bild, Text, Video) dokumentiert. Diesem kommt eine besondere Wichtigkeit zu, geht es schliesslich auch darum, das Bundesland Sachsen-Anhalt, den Burgenlandkreis und das  Schloss in der Kunstszene bekannt zu machen. 

 

Motivation

2012 kaufte der Soziologe und Kulturschaffende Felix Schenker, Schloss Gleina um es für kulturelle Zwecke zu nutzen. «Ich wusste, dass es sich dabei um ein ziemlich verrücktes Unterfangen handelt, zumal die finanziellen Mittel auf privater Basis nicht vorhanden sind, das riesige Gebäude umfassend zu renovieren. Ich hielt mich aber an die Einschätzung von Albert Einstein «WENN EINE IDEE NICHT ZUERST ABSURD ERSCHEINT, TAUGT SIE NICHTS». Bereits 2004, als ich die Kulturplattform arttv.ch gründete, wurde mir von potentiellen Geldgebern zunächst gesagt, die Idee sei absurd. Heute existiert arttv.ch immer noch und darf sich als die führende multimediale Kulturplattform der deutschsprachigen Schweiz bezeichnen. Das Schloss definierte ich nach dem Kauf  als «Soziale Skulptur» gemäss Joseph Beuys. Jeder und jede kann, falls gewünscht, auf das Schloss positiv einwirken, Ideen für Veranstaltungen oder Projekte einbringen und so zur Gemeinschaftsbildung beitragen.» In den letzten 5 Jahren sind dann auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen mehrheitlich mit Kulturschaffenden der Region aber auch internationale Projekte durchgeführt worden. Es ist die erklärte Absicht, das Schloss der Kulturszene zur Verfügung zu stellen. Insbesondere als Ort, an dem gemeinsame Projekte entwickelt werden können. Mit seinen 55 Zimmern bietet Schloss Gleina genug Möglichkeiten, Leute zu beherbergen. Der ehemalige Osten Deutschlands ist für viele Schweizer*innen och ein weitgehend unbekanntes Gebiet, bietet aber mit seinen vielen leerstehenden Industriehallen viel Potential für künstlerische Grossprojekte. 

 

Vorgeschichte

2018 realisierte der Verein Artpark ein Malereisymposium in der Nähe von Zürich. Ausgewählt und Eingeladen wurden Künstler*innen, die unter den Augen der Öffentlichkeit in einem Park grossformatige Bilder schufen. Das Projekt stiess bei den Kulturschaffenden und in der Öffentlichkeit grosses Interesse. Das Projekt «Horizonte» - Kunstsommer Schloss Gleina 22 ist von dieser Veranstaltung inspiriert und hat den Verein Artpark um eine Zusammenarbeit gebeten. 

 

Der Ausstellungsort

Der Malprozess findet im Schlosspark Gleina, in Sachsen Anhalt statt. Vierzehn grosse Staffeleien im Format von 180 x 270 cm werden installiert und bilden eine Installation, die den soziokulturellen Aspekt von «Horizonte, Kunstsommer Schloss Gleina 22« bildhaft unterstützt. Die anschliessende Ausstellung findet in den historischen Innenräumen des Schlosses statt. Für die Rahmenveranstaltungen wird im Schloss ein künstlerischer Pavillon aufgestellt, der die Wirkung von Farbe thematisiert.

Rahmenprogramm

Bei «Horizonte» . Kunstsommer Schloss Gleina 22 geht es nicht nur um aktives Malen, sondern auch um eine Auseinandersetzung und den Austausch auf theoretischer Ebene: So wird etwa der Stellenwert der Malerei im Zeitalter der digitalen Bilderflut ein Thema sein. Der Psychologe Georg Kling wird dazu eine Podium leiten, das der Frage nachgeht, wie die anhaltende Bilderflut unsere Psyche beeinflusst, aber auch konkret die Arbeit von Maler*innen beeinträchtigt. 

Ein Schwerpunkt bildet die Begegnung mit dem Filmregisseur Felice Zenoni, der seine  Filme «Danioth der Teufelsmaler» und «Franz Fedier» präsentiert. Die Veranstaltung «Malerei und Poesie» ist eine kulinarische Installation in mehreren Räumen, die im renovierten Flügel des Schlosses, stattfinden wird.  Alle Rahmenveranstaltungen sind kostenlos.

Horizonte – Kunstsommer Schloss Gleina 22

Ursprünglich war für 2020 ein Malereisymposium geplant, das aber coronabedingt nicht stattfinden konnte. Auch die Verschiebung 2021 fiel wegen der Pandemie ins Wasser. Die Veranstalter haben sich daher entschlossen, das ursprüngliche Konzept zu überarbeiten. Neu arbeiten die Kunstschaffenden gemeinsam am Thema «Horizonte». Dafür wurden andere Künster*innen ausgewählt. Beibehalten wird, dass die Beteiligten im öffentlichen Raum, im denkmalgeschützten Schlosspark arbeiten. Ein Prozess, der normalerweise in einem intimen Rahmen, einem Atelier stattfindet, wird bewusst in die Natur verlegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Malen in der Natur und im öffentlichen Raum wurde über Jahrhunderte praktiziert, ist aber im Kontext der zeitgenössischen Kunst praktisch verschwunden. Normalerweise arbeiten Kunstschaffende lieber isoliert und allein in ihren Ateliers, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So gesehen ist das Projekt auch antizyklisch, denn es verlangt von den Kunstschaffenden in einen öffentlichen, interaktiven Malprozess einzutreten. Aber genau das ist das Reizvolle und Ungewöhnliche, dass ein ganz besonderer Typus von Künstler*innen angesprochen wird. Die Teilnehmer*innen müssen bereit sein, mit den Zuschauer*innen zu  interagieren und sie am Entstehen eines Kunstwerks teilhaben zu lassen. Zudem müssen sie sich als Teil einer malerischen Gesamtinstallation einbringen können. 

 

Ausblick

Der Anlass dient auch dazu, Schloss Gleina und die damit verbundenen Möglichkeiten in der Kulturszene bekannt zu machen und im Rahmen unseres Angebotes «Artist in Residence» Kulturschaffenden zur Verfügung zu stellen.

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