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Schloss Gleina!
Geschichte
Timeline
1739 – Das Schloss entsteht
1830 – Familie von Helldorff
1948 – Altenheim
2007 – Erste Idee eines Künstler
2013 – Felix Schenker kauft Schloss Gleina
2014 – Erste Kunstbiennale
2020 – Filmkulisse
2022 – Kunstsommer
2024 – KOSMOS[KA·OS]
2026/27 – M/OTHERLAND
Wer es genau wissen will
Schloss Gleina wurde in seiner heutigen Form um 1739 erbaut, wahrscheinlich nach Plänen des Leipziger Ingenieurs Dörffler. Es entstand eine hufeisenförmige, zweigeschossige Anlage mit einem mächtigen Mansardendach. Das Barockschloss verfügt über Rokoko-Stuckornamente, Gewölbedecken und eine eindrucksvolle Bibliothek.
Im späten 19. Jahrhundert liess der damalige Eigentümer Baron von Helldorff Teile des Schlosses durch Holzvertäfelungen und neue Decken umgestalten. Besonders sehenswert sind die kunstvollen Stuckdecken im Rokokostil im Obergeschoss des Südflügels. Hier befindet sich auch die Bibliothek mit ihrer imposanten Holzbalkendecke und den vertäfelten Wänden.
1830 kaufte der Kammerherr Bernhard Heinrich von Helldorff das Schloss von Luise Henriette Fürstin von Reutz. Zunächst wurde es vor allem für Feste und Jagdausflüge genutzt. Am 10. Juni 1893 zogen Bernhard Heinrich von Helldorff und seine Gemahlin Luise dauerhaft ins Schloss ein.
Am 19. Mai 1918 verstarb Bernhard Heinrich von Helldorff. Das Schloss wurde daraufhin an die Thyssenwerke Hamborn verpachtet.
Am 15. Februar 1927 übernahm sein Sohn, der ebenfalls Bernhard hiess, die Bewirtschaftung des Besitzes. Die erste Etage diente als Wohnbereich, im Strassenflügel war die Bibliothek untergebracht. Der erste grosse Saal, der heutige Rote Saal, diente als Klavierzimmer. Der zweite, der Blaue Saal, war das Esszimmer der Herrschaft. Der dritte, der Gelbe Saal, wurde für Feierlichkeiten genutzt; hier ass auch die Jagdgesellschaft. Die Schlafräume befanden sich im Parkflügel.
Zum Ende des Zweiten Weltkriegs, am 12. April 1945, kamen amerikanische Truppen nach Gleina. Die Familie von Helldorff wurde enteignet, das Gutshaus geplündert und die dazugehörigen Gebäude unterschiedlichen Nutzungen zugeführt.
Seit 1947 gab es Pläne, das Schloss als Altenheim zu nutzen. Am 14. April 1948 war es so weit: Wände wurden eingezogen, um kleinere Räume zu schaffen, und Toiletten eingebaut. Die ersten 40 Senior zogen ein. 1954 lebten bereits 52 Bewohner im Schloss.
Zwischen 1945 und 1989 wurde das einstige Ensemble durch den Abriss umliegender Gebäude und die Aufteilung in unterschiedliche Eigentumsformen zunehmend zerrissen. Im Zuge der Wiedervereinigung wurde diese Entwicklung teilweise noch verstärkt.
Im November 1996 übernahm der Rat des Kreises das Schloss.
2000 erwarb eine Baugesellschaft aus Plauen die Gebäude mit dem Ziel, sie zu Wohnraum umzubauen. 2002 entstanden drei Varianten für ein neues Altenheim. Noch vor Baubeginn ging die Firma jedoch in Konkurs.
Am 24. Juli 2007 kauften die Niederländer Hilbert Tjalkens und Vera Teunen das Gebäude. In Eindhoven hatten sie in einer ehemaligen Kirche bereits ein Begegnungs- und Arbeitszentrum für 24 Designer und andere Künstler geschaffen und wollten ein ähnliches Konzept auch in Gleina verwirklichen. Die grosse räumliche Distanz zu den Niederlanden und die hohen Sanierungskosten führten jedoch dazu, dass das Projekt nicht umgesetzt werden konnte.
2013 kaufte der Schweizer Kulturschaffende und Soziologe Felix Schenker das Schloss, um damit ein Experiment zu lancieren: Er erklärte Schloss Gleina zur sozialen Skulptur. Das Schloss sollte Kunst- und Kulturschaffenden offenstehen und ihnen Raum bieten, um Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Dafür wurden Zimmer saniert und Gemeinschaftsräume eingerichtet.
2014 fand die erste grössere Kunstbiennale statt. Hinzu kamen verschiedene kleinere Kulturveranstaltungen, die vom Ortschronisten Thomas Lampe organisiert wurden.
2019 konnte mit Klaus Karwarth ein ehrenamtlicher Projektleiter gewonnen werden, der die Renovation des Schlosses seither massgeblich vorantreibt.
2020 war ein grosses Malereisymposium geplant, das aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte. Im selben Jahr wurde das Schloss zur Filmkulisse: Hier entstanden Szenen für den Spielfilm DAS MÄDCHEN MIT DEN GOLDENEN HÄNDEN mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle.
2022 fand der Schloss Gleina – Kultursommer 22 statt. 22 professionelle Kunstschaffende aus der Schweiz und Deutschland lebten und arbeiteten im Schloss. Ihre Werke wurden anschliessend in einer Ausstellung im Schloss und 2023 auch in Luzern in der Galerie Vitrine gezeigt. Kuratiert wurde das Projekt von der Schweizer Galeristin Evelyne Walker.
> Mehr zum Kunstsommer 22
2024 folgte mit KOSMOS[KA·OS] ein weiteres gross angelegtes, länderübergreifendes Kunstprojekt. Rund dreissig Kunstschaffende setzten sich mit den Spannungsfeldern zwischen Kosmos und Chaos, Ordnung und Unordnung auseinander. Das Projekt setzte seine Reise später in der Schweiz im Kunsthaus Zofingen fort.
> Mehr zu KOSMOS[KA·OS]
2026/27 folgt mit M/OTHERLAND das nächste grosse Kapitel der kulturellen Entwicklung von Schloss Gleina. Das internationale Kunstprojekt widmet sich den Themen Mutterschaft, Care und gesellschaftlichen Rollenbildern. Nach einer Arbeits- und Residenzphase
2026 wird die Ausstellung im Sommer 2027 im Schloss Gleina präsentiert und anschliessend im Kunsthaus Zofingen weitergeführt.
> Mehr zu M/OTHERLAND
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